Dachgauben-Arten: Welche Form passt zu Ihrem Dach und Ihrem Stadtteil?
Schleppgaube, Sattelgaube, Fledermausgaube, Trapezgaube oder Zwerchgiebel – jede Gaubenform hat eigene Vor- und Nachteile. Welche ist in Duisburg erlaubt, welche ist wirtschaftlich, welche bringt am meisten Licht und Stehhöhe?
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Warum eine Gaube den Unterschied macht
Ohne Gauben ist ein ausgebautes Dachgeschoss funktional, aber ungemütlich. Die Stehhöhe ist an den Außenwänden auf 1,5–2,0 m begrenzt, das Tageslicht kommt nur von einer Seite. Eine oder mehrere Gauben verändern das grundlegend: volle Stehhöhe auf einer ganzen Wandseite, Tageslicht von zwei oder drei Seiten, Stellfläche für Schränke und Betten.
In Duisburg gibt es – je nach Stadtteil und B-Plan – sechs gängige Gaubenformen, die wir regelmäßig umsetzen. Hier ist der Vergleich.
① Schleppgaube – der Allrounder
Flach geneigtes Dach (5–20°), rechteckige Front, harmonisches Erscheinungsbild. Die mit Abstand häufigste Gaubenform in Duisburg – in Buchholz, Hamborn, Walsum, Rheinhausen, Meiderich/Beeck fast überall erlaubt und passend.
Vorteile
- wirtschaftlich (8.500–14.000 € pro Stück)
- bis 1,5–2,5 m zusätzliche Stehhöhe
- kombinierbar mit mehreren Fenstern (3- oder 4-teilig)
- in fast allen B-Plänen zulässig
Nachteile
- architektonisch eher schlicht
② Sattelgaube – der Klassiker
Die Gaube hat ein eigenes kleines Satteldach, passt optisch perfekt zum Hauptdach. In Duisburg-Mitte und Rheinhausen an Gründerzeit- und Nachkriegsbauten häufig zu finden.
Vorteile
- optisch sehr harmonisch, „wie immer dagewesen"
- Wertsteigerung der Immobilie durch klassische Optik
- in denkmalgeschützten Bereichen oft bevorzugt
Nachteile
- etwas teurer als Schleppgaube (10.000–16.000 €)
- mehr Anschlüsse, höhere Wartungsanfälligkeit
③ Fledermausgaube – die Eleganz
Die Gaube hat geschwungene oder nach oben gewölbte Dachanschlüsse – elegant, aber statisch und bauphysikalisch anspruchsvoll. In denkmalgeschützten Bereichen von Duisburg-Mitte (Düsseldorfer Straße, Königstraße, Altstadt) oft vorgegeben.
Vorteile
- architektonisch besonders reizvoll
- in Erhaltungssatzungsbereichen oft vorgegeben → Pflicht
- sehr gute Belichtung durch geschwungene Form
Nachteile
- aufwändig in Konstruktion (18.000–28.000 €)
- erhöhte Anforderung an Dichtigkeit
- nur sinnvoll bei passender Architektur
④ Zwerchgiebel – der Volumengewinner
Keine klassische Gaube, sondern ein Vorbau, der über die gesamte Traufe reicht. Schafft besonders viel Platz und eignet sich für Reihenhäuser, bei denen die Gaubenbreite durch den B-Plan begrenzt ist. In Walsum, Huckingen und Teilen von Buchholz verbreitet.
Vorteile
- volle Stehhöhe auf großer Fläche
- kann die Trauflinie des Daches verändern
- besonders für Reihenhäuser geeignet
Nachteile
- großer Eingriff in Dach und Fassade
- B-Plan muss Zwerchgiebel zulassen
⑤ Trapezgaube – die Moderne
Moderne Variante mit trapezförmiger Front und Flachdach. In Neubaugebieten und modernisierten Beständen zunehmend beliebt.
Vorteile
- moderne Optik
- großflächige Verglasung möglich
- sehr gute Belichtung
Nachteile
- in Gründerzeit- und 50er-Jahre-Siedlungen oft nicht passend
- in Erhaltungssatzungen meist nicht zulässig
⑥ Dreiecksgaube (Spitzgaube) – die Traditionelle
Die Gaube hat ein dreieckiges, spitzes Dach. Optisch sehr traditionell, in modernen B-Plänen seltener.
Vorteile
- klassische Optik
- sehr gute Belichtung (großes Fenster möglich)
Nachteile
- heute in Duisburg eher selten nachgefragt
B-Plan und Erhaltungssatzung: Was ist in Ihrem Duisburger Stadtteil erlaubt?
Nicht jede Gaubenform ist überall zulässig. Die wichtigsten Einschränkungen in Duisburg:
| Stadtteil | Typische Einschränkung |
|---|---|
| Duisburg-Mitte (Erhaltungssatzung) | Fledermaus-/Sattelgaube auf der Straßenseite; Material und Farbe vorgegeben |
| Hamborn (B-Plan) | Gaubenbreite max. 30–50 % der Trauflänge |
| Meiderich/Beeck | B-Plan mit Gaubenform-Vorgaben; Bergbau-Auskunft empfohlen |
| Buchholz | Schlepp- und Sattelgauben erlaubt; Gaubenbreite max. 40 % |
| Huckingen | B-Plan-Auskunft empfohlen, meist wenig Einschränkungen |
Förderung von Gauben
Gauben sind in der Regel BAFA-förderfähig, wenn sie Teil einer energetischen Gesamtsanierung sind. Förderfähige Kosten: Material (Holzrahmen, Dämmung, Dacheindeckung, Fenster), Montage, Gerüststellung anteilig. 15 % Zuschuss, mit iSFP-Bonus 20 %.
Wichtig: Auch bei einem „reinen" Gaubenprojekt (ohne Komplettsanierung) ist eine BAFA-Förderung möglich, sofern der U-Wert der neuen Bauteile (Wand, Dach) die BAFA-Schwelle (≤ 0,14 W/(m²K)) erreicht. Wir prüfen die Förderfähigkeit vorab.